In-Place Upgrade Teil 2: Umsetzung in der Umgebung – Keine Hexerei!

Gilt für: Windows Server 2008 R2

Wie ich bereits im ersten Teil dieser Reihe [1] erläutert habe, ist ein In-Place Upgrade keine Hexerei und lief, meiner bisherigen Erfahrung nach, erstaunlich reibungslos ab. Während meiner Tests und auch später in Produktivsystemen traten hier keinerlei Probleme auf, jedoch kann sich dies von System zu System unterscheiden.

Nun möchte ich damit weitermachen, welche Schritte nach der im ersten Teil beschriebenen Vorarbeit noch nötig sind, um ein komplettes Upgrade eines Domain Controller durchzuführen.

Der erste 2012R2 Domain Controller in der Domäne oder im Forest?

Falls es sich bei euch, wie bei mir, um den ersten Domain Controller mit Windows Server 2012R2 im Forest oder der Domäne handelt, muss das Schema auf die bevorstehenden Änderungen vorbereitet werden. Dies funktioniert mithilfe der ADPrep.exe.

Um ADPrep auszuführen, benötigen wir das Installationsmedium des neuen Betriebssystems, also die .ISO Datei oder die Installations-DVD von Windows Server 2012R2.

Im Folgenden wird die Information benötigt, welcher DC die Schemabetriebsmaster-Rolle hält, und welche DCs die Infrastrukturbetriebsmaster-Rolle halten. Dies kann mit dem folgenden Kommando [2] überprüft werden:

netdom query FSMO

Um den Forest auf den ersten 2012R2 DC vorzubereiten gehen wir wie folgt vor:

  1. Öffnen einer als Administrator ausgeführten Eingabeaufforderung
  2. Navigieren zu Laufwerk:\Support\ADPrep
  3. Starten der Forest-Preparation (Nur nötig falls kein Windows Server 2012R2 DC im Forest existiert. Muss in diesem Fall auf dem Schemabetriebsmaster ausgeführt werden.)
  4. Starten der Domain-Preparation (Muss in jeder Domäne in welcher ein neuer 2012R2 DC hinzugefügt wird auf dem Infrastrukturbetriebsmaster ausgeführt werden.)
### Ändern des aktuellen Verzeichnisses
C:\Users\Administrator>cd E:/Support/adprep 

### Vorbereiten des Forests
E:\support\adprep>adprep.exe /forestprep

### Vorbereiten der Domäne
E:\support\adprep>adprep.exe /domainprep

Falls nun bei diesen Kommandos keine Fehler auftreten, können wir mit dem nächsten Schritt fortfahren.

Installation des neuen Betriebssystems

Das war eigentlich schon der anstrengendste Teil, der Rest erledigt sich beinahe von allein.

Wir starten die Installation, indem wir auf das Laufwerk mit dem eingelegten Installationsmedium klicken.

Als erstes erscheint nun das initiale Setup-Fenster, in welchem wir die Installation starten.

Start Install

Wir werden gefragt, ob wir sofort alle bereitstehenden Updates installieren möchten – was auch empfohlen wird – oder ob wir die Updates lieber im späteren Verlauf installieren möchten.

Search Updates 1

Egal welche der beiden Optionen wir wählen, wir werden danach aufgefordert den Produktschlüssel einzugeben.

Product Key

Beim nächsten Auswahlfenster ist es wichtig, dass wir hier dieselbe Option wählen, welche gerade auf unserem Windows Server 2008R2 läuft. D.h. falls aktuell eine Core Installation verwendet wird, muss bei der Installation des neuen Betriebssystems ebenfalls die Core-Installation gewählt werden. Wie man dies im späteren Verlauf ändern kann, können Sie in einer weiteren Beitragsreihe über die Features-On-Demand von mir unter [3] nachlesen.

GUI CORE

Im letzten von uns zu bedienenden Fenster wählen wir die Upgrade-Option. Bei dieser wird eine In-Place Installation vollzogen, bei welcher alle vorhandenen Daten erhalten bleiben.

choose Upgrade

Danach erscheint das allseits bekannte „Bitte warten“ Fenster. Hierbei werden 4 Phasen durchlaufen.

  1. Down-Level-Phase: Es findet eine Tauglichkeitsprüfung des Systems statt. Hierzu zählt zum Beispiel die Überprüfung, ob der Rechner die hardware-technischen Anforderungen erfüllt.
  2. Windows Recovery Environment – Phase: WinRE ist ein minimalistisches Betriebssystem. In dieser Phase werden beide Betriebssystem offline geschaltet. Hierbei entsteht der Windows.old-Ordner, welcher dazu dient alte Betriebssystemdateien aufzubewahren, um gegebenenfalls zu diesen zurückkehren zu können.
  3. 1st Boot – Phase: Das Betriebssystem wird jetzt in die Maschine eingebunden.
  4. 2nd Boot – Phase: In der zweiten Bootphase wird ein finaler Bootvorgang gestartet, um das Upgrade erfolgreich zu beenden.

In meinem Fall betrug die absolute Downtime des Servers nur ca. 25 Minuten. Bei einem produktiven Server kann dies durchaus länger dauern. Vor allem die Update-Phase kann sich in die Länge ziehen.

Installing

Nacharbeit

Weitere Schritte sind in diesem Zusammenhang nicht nötig, falls die Updates schon zur Installationszeit geladen werden konnten. Ansonsten sollte man nach dem Upgrade das Windows Update auf den Servern anstoßen und noch einmal den Best Practice Analyzer durchlaufen lassen, um zu überprüfen, ob alle installierten Rollen weiterhin ordnungsgemäß funktionieren.

[1] https://www.escde.net/in-place-upgrade-teil-1-voraussetzungen-eine-gute-idee/
[2] https://technet.microsoft.com/en-us/library/cc835089.aspx
[3] https://www.escde.net/feature-on-demand-teil-1-minimale-server-gui-was-ist-das/

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