In-Place Upgrade heute - Teil 1

Gilt für: Windows Server 2008 R2

Zu Zeiten von Windows Server 2003 war es unüblich ein In-Place Upgrade durchzuführen und noch heute fassen Administratoren In-Place Upgrades auf Servern nur mit Samthandschuhen an. Vor allem auf Domain Controllern und anderen kritischen Servern war dies schon seit jeher eine heikle Sache.

Um diese Angst aus den Köpfen zu vertreiben, habe ich mich einmal daran gemacht zwei meiner Domain Controller, in einer Testumgebung, einem In-Place Upgrade von Windows Server 2008R2 auf Windows Server 2012R2 zu unterziehen.

Im Ersten Teil dieser Beitragsreihe geht es darum, welche Schritte vor dem In-Place Upgrade nötig sind.

Hier eine grobe Skizze der Umgebung:

In diesem Szenario ist jeweils auf beiden Domain Controllern die Rollen DNS und DHCP installiert. In dieser Konstellation wurde eine 80/20 Regelung für die Verteilung der IP-Adressen implementiert. Zudem hält der DC1 die Rolle der Zertifizierungsstelle und den Routing and Remote Access Dienst.

Wieso In-Place?

Mir scheinen die Vorteile eines In-Place Upgrades sehr offensichtlich.

- Schnellerer Einsatz eines neuen Betriebssystems - Maschinen müssen nicht von Grund auf neu konfiguriert werden - In-Place Upgrade ist mittlerweile sehr zuverlässig und schnell - Verkürzt die Downtime eines laufenden Dienstes um ein Vielfaches, im Vergleich zum kompletten Neuerstellen des Servers auf derselben Hardwaregrundlage

Vorlauf

Vor dem Upgrade sollten folgende Punkte durchgearbeitet werden, damit sichergestellt ist, dass das Upgrade zu keinem Ausfall der Dienste führt.

1.) Überprüfen der Mindestanforderungen und der Kompatibilität der Anwendungen

Die für Windows Server 2012R2 benötigten Mindestanforderungen findet man unter [1].  Neben der Kompatibilität der eigenen Hardware sollte man sich erkundigen, ob die aktuell verwendete Drittanbieter-Software mit dem neuen Betriebssystem kompatibel ist. Zudem kann es bei verschiedenen Rollen und Features notwendig sein, diese zwischenzeitig auf einen anderen Server auszulagern oder nach dem Upgrade neu zu konfigurieren. Deshalb sollte man vor dem Upgrade prüfen, ob eine der installierten Rollen hiervon betroffen ist. Die möglichen Upgrade Pfade, findet man unter [2].

2.) Komplettes Patchen des Systems

Vor dem Upgrade sollte man alle aktuellen Updates einspielen. Dies ist wichtig, da der Upgrade Prozess immer weiter optimiert wird und das Fehlen von Updates unter Umständen zu Fehlern führen kann, welche während der Installation natürlich ungewollt sind.

3.) Beseitigen eventueller Fehler

Da es sich bei dem verwendeten Testsystem um relativ neue Maschinen handelt, gab es hier nur wenige Warnungen oder Fehler, welche behoben werden mussten. Im Allgemeinen empfiehlt sich der Best Practice Analyzer, um gegebenenfalls vorhandene Konfigurationsfehler zu finden. Es ist wichtig, dass unser Upgrade-Kandidat möglichst fehlerfrei läuft, da durch entsprechende Konfigurationsfehler die Installation oder die spätere Funktion gefährdet sein könnte.

4.) WICHTIG: Erstellen eines Backups!

Vor diesem großen Schritt in Richtung Zukunft sollte definitiv ein Backup vom Server angelegt werden, um gegebenenfalls auftretende Ausfallerscheinungen möglichst schnell wieder rückgängig machen zu können.

Weiteres

Im nächsten Teil dieser Beitragsreihe wird es darum gehen, wie genau man die Domäne, den Forest und die Maschinen auf das kommende Upgrade vorbereitet.

[1] https://technet.microsoft.com/library/dn303418.aspx
[2] https://technet.microsoft.com/de-de/library/dn303416.aspx

Hier geht es zum zweiten Teil der Blogeintragsreihe.