Da vor Kurzem das neue Exchange 2016 [1] von Microsoft veröffentlicht wurde, gehe ich in diesem Artikel kurz auf die Neuerungen und Änderungen im Vergleich zu den Vorgängern, insbesondere Exchange 2013, ein.

Die wichtigsten Änderungen im Vergleich zu den Vorgängerversionen sind die Folgenden:

  • Reduktion der Serverrollen
  • Architektonische Verbesserungen
  • Systemanforderungen
  • Koexistenz Szenarien

Reduktion der Serverrollen:

Eine der größten Änderungen ist wohl, dass bei Exchange 2016 auch die CAS (Client Access Server) Rolle entfernt wurde und es somit nur noch die Mailbox Rolle gibt. Die Anzahl der Serverrollen wurde somit seit Exchange 2010 von fünf über zwei auf eine einzige Serverrolle reduziert. Der Zugriff auf die MBX2016 Server wird über einen Load Balancer geregelt. Die Mailbox Server liegen in einem Load Balanced Pool und werden je nach Serverlast ausgewählt.

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Die Clients melden sich hier beim Client Access Service auf dem Mailbox Server an und werden (mittels lokalem oder remote Proxy) an den entsprechenden Mailbox Server mit der aktiven Datenbank weitergeleitet. Trotz des Wegfallens der CAS Rolle hat sich die Kommunikation zwischen den einzelnen Servern nicht verändert und findet nach wie vor auf der Protokollebene statt.

Architektonische Verbesserungen:

Neben der bereits behandelten Reduktion der Serverrollen, gibt es noch weitere architektonische Veränderungen bei Exchange 2016.

MAPI über HTTP wird, wie schon bei Exchange 2013 SP1 vorgestellt, bei Exchange 2016 als default Verbindung für Outlook verwendet, statt dem traditionellen RPC über HTTP.

Des Weiteren wurde die Suchfunktion überarbeitet und bietet nun eine asynchrone Suche, die den Workload auf mehrere Server verteilen kann. Zudem wurde die maximale Anzahl an gleichzeitig durchsuchbaren Mailboxen von 5k auf 10k erhöht.

Systemanforderungen:

Um Exchange 2016 erfolgreich nutzen zu können, ist der Einsatz von Windows Server 2012 R2 oder Windows Server 2016 erforderlich. Ältere Serverversionen, wie Windows Server 2008 R2 werden nicht unterstützt.

Zudem wird Active Directory auf dem Stand eines Windows Server 2008 R2 oder neuer verlangt. Auch für das Domänen Level sowie Forest Functional Level wird mindestens Windows Server 2008 R2 gefordert.

Koexistenzszenarien:

Unter Exchange 2016 wird voraussichtlich nur ein Koexistenzszenario mit Exchange Server 2010 SP3 RU11 sowie Exchange Server 2013 CU11 möglich sein. Ältere Exchange Versionen werden nicht unterstützt. Die unter Exchange 2010 und Exchange 2013 noch bestehenden CAS Serverrollen sind hier beim Koexistenzszenario auch kein Problem, da sie einfach wie ein Proxy funktionieren, der keine Änderungen durchführt, sondern die Anfragen nur an die bestehenden MBX Server weiterleitet. So kann beispielsweise eine ankommende Clientanfrage über einen Exchange 2013 CU11 Client Access Server an einen Exchange 2016 Mailbox Server weitergeleitet werden, der die aktive Kopie der Datenbank hostet. Es können sogar Exchange 2013 und Exchange 2016 Server im gleichen Load Balancer Pool vorhanden sein. Die Migration kann somit Schritt-für-Schritt durchgeführt und die Server einzeln ersetzt werden.

[1] https://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=49161