Windows 8 ist auf dem Vormarsch und wird zusammen mit Windows Server 2012 oder auch älteren Microsoft Server Lösungen in immer mehr Einrichtungen und Unternehmen getestet oder auch schon verwendet. Oftmals werden jedoch immer noch Programme benutzt, welche nur unter Windows XP funktionieren. Hierfür hat Microsoft unter Windows 7 Virtual PC und den Windows XP-Mode eingeführt, mit welchen man problemlos Windows XP Programme unter Windows 7 benutzen kann.

Unter Windows 8 ist die Verwendung von Virtual PC nicht mehr möglich, somit lässt sich auch der Windows XP-Mode nicht mehr benutzen. Stattdessen hat Microsoft der Windows 8 64-bit Pro und Enterprise eine Client-Version ihrer Server Virtualisierungssoftware Hyper-V spendiert. Dabei handelt es sich um eine mächtigere und komfortablere Virutalisierungssoftware als es Virtual PC ist. Jedoch braucht man hierfür eine separate Windows XP-Version, man erhält diese nichtmehr gleichzeitig mit dem Erwerb der Windows 8 Lizenz.

Voraussetzungen

Um Hyper-V nutzen zu können, braucht man wie schon erwähnt eine Windows 8 64-bit Pro oder Enterprise Version. Weiterhin ist ein Prozessor notwendig, welcher „Second Level  Address Translation“ (SLAT) unterstützt, was die meisten aktuellen Intel und AMD Prozessoren auch machen. Man kann es auch mit dem Coreinfo Konsolenprogramm von Microsoft prüfen. Natürlich sollte die Virtualisierung im BIOS auch aktiviert sein, was teilweise in den Werkseinstellungen nicht der Fall ist. Schließlich ist noch eine vollwertig Windows XP-Lizenz notwendig.

Hyper-V installieren und einrichten

Hyper-V ist nicht standardmäßig auf Windows 8 installiert, sondern muss unter den Windows Features zunächst aktiviert werden. Dazu drückt man die Windows-Taste und tippt dann „Funktionen“ ein, was automatisch als Suchanfrage bearbeitet wird. Nun kommt man unter dem Unterpunkt Einstellungen in der rechten Leiste direkt zu den Windows-Funktionen. Hier aktiviert man Hyper-V, sowohl das Hyper-V Management Tool als auch die dazugehörige Plattform. Nach Bestätigung mit Hilfe der „OK“ Schaltfläche wird Hyper-V auf dem Windows 8 Rechner installiert.

Nach einem Neustart des Systems kann man mit der Konfiguration von Hyper-V beginnen. Hyper-V startet man indem man die Windows-Taste drückt und dann „Hyper“ eintippt, schon erscheint Hyper-V Manager auf der linken Seite. Zunächst muss eine Netzwerkverbindung mit Hilfe des „Virtuellen Netzwerk Manager“ erstellt werden, welchen man in der Leiste am rechten Rand finden. Hier richtet man eine externe Verbindung ein, vergibt ihr einen Namen und weist ihr einen Netzwerkadapter des Windows 8 Systems zu.

Virtuelle Maschine in Hyper-V einrichten

Nun muss nur noch die virtuelle Maschine erstellt werden. Hierzu folgt man dem Assistenten, welcher sich öffnet wenn man auf der rechten Leiste auf „Neu“ und dann „Virtuelle Maschine“ klickt. Hierbei sollte man seiner virtuellen Maschine einen Namen vergeben, da die Daten im gleichnamigen Ordner abgelegt werden. Sollte man eine zweite virtuelle Maschine mit dem Standardnamen erstellen, erscheint eine Fehlermeldung da der Speicherort schon genutzt wird. Ansonsten kann man noch den zu für Windows XP zu Verfügung stehenden Arbeitsspeicher zuweisen, welcher standardmäßig auf 512 MB eingestellt ist und für Windows XP ausreichend ist. Man sollte dem System nun die Netzwerkverbindung, welche man vorher eingerichtet hat vergeben, kann dies aber auch im Nachhinein noch unter den Einstellungen machen. Die meisten Einstellungen kann man nur verändern, solange die virtuelle Maschine ausgeschaltet ist. Weiterhin wird dem Betriebssystem mindestens 127 GB Speicherplatz vergeben, welcher dynamisch zugewiesen wird. Man kann bis zu 2 TB pro virtuelle Maschine vergeben. Mit „Finish“ beendet man den Assistenten und hat die virtuelle Maschine erstellt.

Nun kann man die virtuelle Maschine über den Power-Knopf starten und unter Medien eine Windows XP-ISO einbinden. Die Installation von Windows XP sollte nun problemlos funktionieren. Anschließend sollte man eine vollwertige Windows XP Installation haben, welche als Schnittstelle für Windows XP-Programme dient. Datenaustausch zwischen den zwei Systemen ist am Einfachsten über das interne Netzwerk möglich.