Lange Anmeldezeiten beim Start von Windows Clients sind ärgerlich und die Ursachen vielfältig. Im Folgenden möchte ich kurz zwei Ansätze vorstellen, die ein Troubleshooting für verzögerte Anmeldungen anhand der Ausführungszeiten von Services und Diensten ermöglichen.

1. Process Moitor

Zunächst wäre hier der Process Monitor zu nennen, welcher zu den Microsoft Sysinternals gehört und ein Logfile zum Systemstart erzeugt. Ausführliche Informationen zum Funktionsumfang und einen Download Link findet man unter [1]. Um nun das Logging für den Bootvorgang zu aktivieren, geht man unter Options einfach auf Enable Boot Logging. Nach einem Neustart kann man nun das Logfile betrachten. Um explizit die Dauer anzeigen zu lassen, führt man einen Rechtsklick auf eine Spalte aus und wählt Select Columns. Hier setzt man den Haken bei Duration. Oftmals lassen sich dadurch schon Ausreißer ausmachen, die haupt- oder mitverantwortlich für einen langen Anmeldevorgang sind. Der Nachteil bei der Nutzung des Process Monitors ist allerdings, dass bereits bei einem typischen Login einige 100 MB an Daten anfallen können und die Logfiles recht groß werden.

2. Xbootmgr

Eine weitere Möglichkeit stellt der Einsatz des Xbootmgr dar. Um dieses Tool zu benutzen, ist zunächst eine Installation des Windows Performance Toolkit (WPT) nötig, welches Teil des Windows SDK ist. Um eine komplette Installation des SDK zu umgehen, bietet es sich für Windows 7 Nutzer zum Beispiel an, eine Installation des WPT über Windows SDK for Windows 7 and .NET Framework 4 vorzunehmen. Den Download Link dazu findet man unter [2], eine Anleitung zur Installation der nötigen Komponenten unter [3] im Abschnitt Installation Overview. Nach erfolgreicher Installation kann man nun, mit Administrator-Rechten, den Befehl xbootmgr -trace boot -resultpath C:\ in der Kommandozeile ausführen. Dieser erstellt eine .etl-Datei (hier beispielhaft) unter C:\ mit vielfältigen Informationen zu CPU-Auslastung, Disk Utilization etc. bezüglich des Bootvorgangs. Auch hier ist natürlich ein Neustart nötig. Die Startzeiten der Services sind im entsprechenden Bereich auf einer Zeitleiste abgebildet. Im folgenden Bild erkennt man zum Beispiel, dass der Service WSearch Start vergleichsweise wesentlich länger braucht, als andere Services, die Zeit aber noch in einem moderaten Rahmen liegt. Bedenklich lange Startzeiten springen also direkt ins Auge.

anmeldezeiten1

Ist der verantwortliche Service gefunden, kann den langen Anmeldezeiten oftmals durch ein simples Update oder durch einen Hotfix gezielt entgegengewirkt werden.

Beide Ansätze liefern eine schnelle Möglichkeit langen Anmeldezeiten auf den Grund zu gehen. Der Process Monitor ist dabei für umfangreiche Analysen geeignet, wohingegen der Einsatz des Xbootmgr innerhalb kürzester Zeit Rückschlüsse zulässt.

[1] https://technet.microsoft.com/de-de/sysinternals/bb896645.aspx [2] https://www.microsoft.com/en-us/download/confirmation.aspx?id=8279 [3] https://msdn.microsoft.com/en-us/library/ff190927