Umwandlung von MBR zu GPT

Speichermedien, die über einen Master Boot Record (MBR) verfügen, sind in der Anzahl möglicher Partitionen stark eingeschränkt, da die MBR-Tabelle maximal vier Einträge enthalten kann. Das bedeutet, dass maximal 4 verschiedene primäre Partitionen (auf den beispielsweise Betriebssysteme installiert werden können) oder 3 verschiedene primäre Partitionen sowie eine erweiterte Partition auf einem Speichermedium dieses Typs vorhanden konfiguriert werden können. Unter Umständen reicht diese Anzahl nicht aus (beispielsweise wenn viele verschiedene Betriebssysteme auf einer Festplatte/ SSD parallel installiert werden sollen). In einem solchen Fall sollte zu dem neueren Partitionsstil, dem GPT (GUID Partitionstabelle), gegriffen werden. Dieser erlaubt eine unbegrenzte Anzahl an primären Partitionen. Darüber hinaus können hiermit Partitionen mit mehr als 2 TB verwendet werden.

In der Vergangenheit war der Umstieg von MBR zu GBT in der Regel mit einer Neuinstallation der Betriebssysteme und damit einhergehend mit Datenverlust verbunden, sofern kein kostenpflichtiges Drittanbietertool dafür verwendet wurde. Seit Windows 10 1703 hingegen stellt Microsoft das Kommandozeilenprogramm MBR2GPT.exe [1] zur Verfügung, um solche Umwandlungen verlustfrei und in Sekundenschnelle durchzuführen. Es gibt zwei Möglichkeiten, um dieses Programm zu verwenden:

Entweder über die Windows Preinstallation Environment (Windows PE) oder klassisch mithilfe einer administrativen Kommandozeile. Das Vorgehen ist bei beiden Varianten nahezu identisch, wobei Microsoft die PE-Variante empfiehlt, da die Änderung der Partitionstabelle einen großen Eingriff in das System darstellt. Um in die PE zu gelangen, muss der PC im erweiterten Modus gestartet werden (in der Einstellungsseite Update und Sicherheit > Widerherstellung > Erweiterter Start). Hier angelangt, muss die Befehlszeile geöffnet werden. Ab hier ist das Vorgehen nahezu identisch mit der Kommandozeile, wobei bei Verwendung der Kommandozeile alle unten aufgeführten Befehle um den Parameter /allowFullOS erweitert werden müssen:

Zunächst sollte der Befehl mbr2gpt /verify [/allowFullOS] ausgeführt werden, um zu überprüfen, ob die Konvertierung möglich ist. Falls in diesem Schritt Fehler erkannt werden, sollten diese unbedingt behoben werden, bevor die Konvertierung durchgeführt wird. Falls keine Probleme auftreten, kann mit mbr2gpt /convert [/allowFullOS] die Konvertierung des Partitionstyps angestoßen werden. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden.

WICHTIG: Falls auf dem verwendeten Speichermedium vor der Konvertierung bereits die maximale Anzahl von 4 primären bzw. erweiterten Partitionen verwendet wird, ist es zwingend erforderlich, eine dieser Partitionen zu löschen, da mbr2gpt ansonsten keine EFI-Partition erstellen kann und daher bereits beim Verifikationsschritt abbricht.

[1] https://docs.microsoft.com/de-de/windows/deployment/mbr-to-gpt