Seit Windows Server 2008 R2 und Windows 7 gibt es das Feature „BranchCache“ schon. Besonders für Institutionen, die ein „Wide Area Network“ (WAN = Rechnernetz, das sich über einen größeren geographischen Bereich erstreckt) verwenden, ist dieses Feature sehr interessant. Dies trifft zu wenn das Netzwerk aus einer Hauptstelle und aus einer oder mehreren Zweigstellen besteht.

Die Mindestanforderungen für das BranchCache-Feature sind: Windows Server 2008 R2 in der Hauptstelle (in der Zweigstelle nicht zwingend notwendig) und Windows 7 Enterprise/Ultimate Clients in der/den Zweigstelle(n). Auf allen Maschinen muss IPv6 aktiviert sein. Das BranchCache-Feature beschleunigt WAN-Verbindungen indem Daten, die sich in der Hauptstelle befinden auf die der Nutzer in der Zweigstelle zugreift, zwischengespeichert werden. Dabei kann BranchCache in zwei unterschiedlichen Modi konfiguriert werden - “distributed cache mode” oder “hosted cache mode“. Beim verteilten Cache (“distributed cache mode”) werden die Daten auf einem Windows 7 Client in der Zweigstelle zwischengespeichert, wenn dieser auf Dateien aus der Hauptstelle zugreift. Der Cache steht allen Nutzern der Zweigstelle zur Verfügung, also muss die "WAN-Leitung" nicht erneut belastet werden. Es wird kein Windows Server in der Zweigstelle benötigt. Beim gehosteten Cache (“hosted cache mode“) ist ein Windows Server in der Zweigstelle Pflicht. Denn hier werden die Daten auf einem Windows Server zwischengespeichert, d.h. die Clients  erhalten die Daten von diesem Server. Im Folgenden 2 Schaubilder, die den Aufbau beider Modi verdeutlichen.

 

 

Die Vorteile von BranchCache sind zum einen der geringe Implementationsaufwand, sowie der Geschwindigkeitsschub. Dabei muss sich der Nutzer nicht einmal umgewöhnen. Ich werde Ihnen nun beschreiben wie man BranchCache konfiguriert.

Um BranchCache nutzen zu können, muss man das Feature auf Client und Server aktivieren und konfigurieren. Sie gehen deshalb wie folgt vor:

 

Konfiguration eines Servers:

BranchCache ist ein Feature, dass man über den Server Manager installieren muss. (siehe Bild Nr.1)

Unter "Server Manager"

  • --> "Features"
  • --> "Add Features"
  • --> "Select Features"
  • --> "BranchCache"
  • --> "Install"

...wird das BranchCache Feature auf dem Server installiert.

1.

Im "Local Group Policy Editor" kann man nun  das BranchCache konfigurieren.

Unter "Computer Configuration"

  • --> "Administrative Templates"
  • --> "Network"
  • --> "BranchCache"

...hat man nun eine Übersicht der Konfigurationsmöglichkeiten des BranchCaches. (siehe Bild Nr.2)

2.

Um das BranchCache Feature nutzen zu können, muss man auf jeden Fall  "Turn on BranchCache" aktiviert werden. Mit Doppelklick auf die einzelnen Einstellungen können diese konfiguriert werden. Nun muss man sich zwischen "Set BranchCache Distributed Cache Mode" oder "Set BranchCache Hosted Cache Mode" entscheiden je nachdem welcher Typ des BranchCaches  verwendet werden soll (genaueres dazu siehe oben im Einführungstext). Wenn man "Set BranchCache Distributed Cache Mode" aktiviert hat, dann muss man die Größe für den Cache des Clientcomputers angeben (standartmäßig werden bis zu 5% des Festplattenspeichers für den Cache beansprucht). Wenn man jedoch "Set BranchCache Hosted Cache Mode" ausgewählt hat, dann muss der Ort für den gehosteten Cache angegeben werden  indem man "Configure BranchCache for network Files" konfiguriert.

 

Konfiguration eines Clients:

Auf einem Windows 7 Enterprise/Ultimate Client ist das BranchCache Feature schon enthalten. Es muss nur noch aktiviert werden und bestimmte Regeln in der Firewall müssen gesetzt werden.

Um in der Zweigstelle BranchCache  zu aktivieren, wird zunächst eine neue "GPO" in der "Group Policy Management Console" erstellt. Mit Rechtsklick auf die neue "GPO" und "Edit" kommt man zum "Local Group Policy Editor". Hier sind die Einstellungen des BranchCaches in gleicher Weise wie beim Windows Server aufgelistet.

Hier aktiviert man "Turn on BranchCache" und entscheidet sich wieder für einen der Optionen "Set BranchCache Distributed Cache Mode" oder "Set BranchCache Hosted Cache Mode". Unter "Configure BranchCache for network files" stellt man ein ab welchem Schwellenwert die Daten gecacht werden sollen und bei "Set percentage of disk space used for client computer cache" gibt man an welche Speicherbelegung zugelassen werden soll.

In den nächsten Schritten wird die Firewall konfiguriert. Dazu wählt man die für das BranchCache Feature erstellte "GPO" aus.

Über "Rechtsklick" und "Edit" öffnet sich der "Group Policy Managment Editor".

Hier geht man auf  "Computer Configuration"

  • --> "Policies"
  • --> "Windows Settings"
  • --> "Security Settings"
  • --> "Windows Firewall with Advanced Security"
  • --> "Inbound Rules"

Im "Action" Menü klickt man auf "New Rule..." aus. Dann markiert  man "Predefined" (deutsch. vordefiniert) und wählt „BranchCache – Content Retrieval (HTTP-Out)“ aus. Nun klickt man auf "Next" und wählt daraufhin “Allow the connection” aus. Mit "Finish" wird der Vorgang beendet.

Falls “Verteilter Cache” (distributed cache mode)  verwendet werden soll, muss man noch eine weitere Firewallregel festlegen. Man wählt dann die vordefinierte Regel „BranchCache – Peer Discovery (Uses WSD)“ aus und bestätigt diese auch mit “Allow the connection”.

 

Die Kommunikation zwischen Hauptstelle und Zweigstelle kann mit SSL und IPSec abgesichert werden.